Was ist der Unterschied zwischen Steinzeug und Steingut und warum kostet handgemachte Keramik aus Steinzeug mehr?

In meinem Blogbeitrag erkläre ich die Unterschiede zwischen Steinzeug und Steingut und warum Steinzeug für den Außenbereich im Garten besonders geeignet ist. Steingut wird bei geringerer Temperatur gebrannt, bleibt porös, nimmt Wasser auf und kann bei Frost im Winter reißen oder brechen. Steinzeug dagegen wird bei etwa 1.200 bis 1.300 Grad gebrannt, ist dicht, kaum wasseraufnehmend, frostfest, wetterbeständig und damit ideal für Gartenkeramik, Außendeko und den Wintereinsatz. Ich fertige solche Keramiken in meiner Werkstatt in Mössingen (Baden-Württemberg) – nachhaltig, handgemacht und perfekt für Garten, Terrasse und Balkon. Wer langlebige Gartendeko sucht, die Minusgrade und Frost-Tau-Wechsel aushält, sollte auf deutsche Steinzeug Keramik setzen. So bleibt die Keramik jahrelang schön, ohne dass sie im Frühjahr enttäuschend kaputt ist.

Unterschied Steinzeug - Steingut und warum ich meine Keramiken zu Steinzeug brenne

Diese Fragen möchte ich dir in meinem Blog-Artikel beantworten und dir einen Überblick über die beiden Keramikarten geben.

Die Keramikherstellung hat eine lange Tradition, die bis in die Frühgeschichte der Menschheit zurückreicht. Innerhalb der Keramikarten haben sich Steinzeug und Steingut als zwei bedeutende Unterkategorien der Keramik entwickelt, die sich in Material, Brenntemperatur und Verwendung unterscheiden. In meinem Handmade-Shop Heartmade4home stelle ich nur Steinzeug Keramiken her, da die Vorteile dominieren und ich Wert auf nachhaltige und langlebige Produkte lege.

DIE ENTWICKLUNG EINER ROBUSTEN KERAMIK

Die ersten keramischen Erzeugnisse wurden bereits vor etwa 10.000 Jahren hergestellt, vor allem in Mesopotamien, China und dem Nahen Osten. Diese frühen Keramiken waren allerdings noch nicht Steinzeug, sondern niedrig gebrannte, poröse Gefäße.

  • Keramiken aus der Antike
    Keramiken aus der Antike

Steinzeug entstand in Europa etwa ab dem 9. Jahrhundert in Deutschland, vor allem im Rhein-Main-Gebiet. Die Töpfer entwickelten hochgebrannte Keramik, die zwischen 1.200 und 1.300 °C gebrannt wurde. Dadurch wurde die Keramik dicht, wasserdicht und extrem haltbar – ein Vorteil gegenüber dem weicheren Steingut.

Berühmte Zentren für Steinzeugproduktion:

  • Rheinland (Deutschland): Westerwald, Köln, Siegburg, Raeren (heutiges Belgien)
  • Frankreich: Beauvais, Saintonge
  • England: Fulham und Staffordshire

Glasierte Oberflächen & Salzglasur (ab dem 14. Jahrhundert)

Im 14. Jahrhundert wurde in Deutschland die Salzglasur entwickelt. Dabei wurde während des Brandes Salz in den Ofen geworfen, das mit dem Ton reagierte und eine glänzende, leicht genoppte Oberfläche erzeugte. Diese Technik machte Steinzeug noch widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Abnutzung.

  • Salzkrüge
    Salzkrüge

Industrialisierung & weltweite Verbreitung (18. – 19. Jahrhundert)

Mit der Industrialisierung verbreitete sich Steinzeug weltweit. Besonders England wurde durch Hersteller wie Wedgwood und Royal Doulton bekannt. In Deutschland wurden Haushalts- und Bierkrüge aus Steinzeug besonders populär.

Renaissance & Majolika (14. – 16. Jahrhundert)

Im Mittelalter wurde Steingut in Europa durch die islamischen Einflüsse aus Spanien und Italien weiterentwickelt. Besonders berühmt wurde die Majolika (bunt bemalte, glasierte Keramik), die von italienischen und später auch niederländischen und deutschen Töpfern perfektioniert wurde.

  • Malojika
    Malojika

Delfter Blau & englisches Steingut (17. – 18. Jahrhundert)

Industrialisierung & Massentauglichkeit (19. – 20. Jahrhundert)

Steingut wurde mit der Industrialisierung ein günstiges Massenprodukt für den Haushalt. Da es günstiger als Steinzeug und Porzellan war, wurde es zur bevorzugten Wahl für Geschirr und Dekorationsobjekte.

WAS SIND DIE UNTERSCHIEDE IN DER MATERIALZUSAMMENSETZUNG VON STEINGUT UND STEINZEUG?

STEINGUT: Besteht hauptsächlich aus Ton, Quarz und Feldspat. Es enthält oft Zusätze wie Kreide, um eine poröse Struktur zu fördern.

STEINZEUG: Besteht aus einem feineren Ton, oft mit höherem Quarz- und Feldspatanteil. Dies führt zu einer dichteren und härteren Struktur.

WAS SIND DIE UNTERSCHIEDE IN DER BRENNTEMPERATUR BEI STEINGUT UND STEINZEUG?

STEINGUT: Wird bei einer vergleichweisen niedrigeren Temperatur zwischen 900 und 1.100 Grad gebrannt. Dadurch bleibt es porös und weniger dicht.

STEINZEUG: Wird bei höheren Temperaturen zwischen 1.200 und 1.300 Grad gebrannt, wodurch es vollständig gesintert wird (die Partikel verschmelzen), was zu einer sehr dichten und wasser undurchlässigen Struktur führt.

WAS SIND DIE UNTERSCHIEDE IN DER DICHTE UND WASSERAUFNAHME BEI STEINGUT UND STEINZEUG?

STEINGUT: Ist porös und kann Wasser aufnehmen, wenn es nicht glasiert ist. Daher ist Steingut problematisch, wenn es in der spülmaschine gereinigt wird oder im Winter im Garten bleibt. Wenn Wasser in die Poren des Steinguts eindringt und dann gefriert, dehnt es sich aus. In porösen Materialien wie Steingut kann das zu Rissen oder Abplatzungen führen.

STEINZEUG: Nimmt kaum Wasser auf (<3 %) – es kann also im Normalfall nichts gefrieren, was es frostbeständiger macht, auch ohne Glasur. Sorge jedoch im Winter dafür, dass kein Wasser stehen bleibt und Regenwasser immer abläuft, z. B. in Pflanzgefäßen oder auf horizontalen Flächen.

WAS IST DER UNTERSCHIED DER FESTIGKEIT UND WIDERSTANDSFÄHIGKEIT VON STEINGUT UND STEINZEUG?

STEINGUT: Weniger robust und anfälliger für Absplitterungen oder Brüche, anfälliger für Kratz- und Stoßschäden, nicht frostbeständig, empfindlich gegenüber Wasser und Chemikalien wenn unglasiert.

STEINZEUG: Sehr robust, abrieb- und kratzfest, frostsicher, ofen- und mikrowellenfest, spülmaschinenfest, chemikalienbeständig, säurebeständig, unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen.

WAS IST DER UNTERSCHIED IN DER OPTIK UND VERWENDUNG BEI STEINGUT UND STEINZEUG?

STEINGUT: Typischerweise heller und oft glasiert, da die Glasur die poröse Oberfläche abdichtet. Wird häufig für Geschirr, Dekorationsgegenstände oder Kunstkeramik verwendet

STEINZEUG: Perfekt für robuste Produkte wie Fliesen, Sanitärskeramik (z. B. Waschbecken) und für langlebiges Geschirr und Gartenkeramik.

WARUM ICH MEINE KERAMIK ZU STEINZEUG BRENNE

WASSERUNDURCHLÄSSIGKEIT: Durch die hohe Brenntemperatur bei 1.250 Grad ist Steinzeug von Natur aus fast wasserundurchlässig. Es nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Es ist also ideal für Keramiken, die Feuchtigkeit und Witterung ausgesetzt sind. Schilder oder Keramiken aus Steinzeug, bei denen sich im Winter kein Wasser sammeln kann, dürfen im Winter sogar problemlos im Freien bleiben. Gefäße, in denen sich jedoch im Winter Wasser sammeln kann und dann gefrieren kann, sollten jedoch möglichst im Winter unter Dach gestellt werden. Nicht der Frost beschädigt ein Gefäß, sondern das Eis, das sich beim Gefrieren ausdehnt, kann die Keramiken zerstören.

Leider sehe ich bei meinen Mitbewerbern immer wieder, dass diese Tatsache verschwiegen wird. Wenn du also eine langlebige und qualitativ hochwertige Keramik kaufen möchtest, achte darauf, dass die Brenntemperatur über 1.230 Grad angegeben ist, so dass es sich um Steinzeug handelt.

HOHE FESTIGKEIT: Steinzeug ist sehr widerstandsfähig gegenüber mechanischer Beanspruchung und hält Stößen und Kratzern besser stand als anderen Keramiken. Perfekt also für Alltagsgeschirr oder Gartenkeramiken.

LANGLEBIGKEIT: Steinzeug bleibt lange schön und behält seine Stabilität auch bei häufiger Nutzung.

TEMPERATURBESTÄNDIGKEIT: Steinzeug hält hohen und tiefen Temperaturen stand. Geschirr aus Steinzeug kann problemlos in der Spülmaschine gereinigt werden und ist ofen- und mikrowellenfest. Außerdem ist es frostresistent, was es ideal für den Außeneinsatz als Gartenkeramik macht.

GERINGE PFLEGEANFORDERUNGEN: Steinzeug ist leicht zu reinigen, Dank der dichten Struktur können Schmutz und Flecken kaum in die Oberfläche eindringen, was die Reinigung erleichtert.

VIELSEITIGE OPTIK: Steinzeug kann in vielen Farben, Texturen und Oberflächen hergestellt werden, was die Keramik optisch ansprechend und vielseitig einsetzbar macht.

CHEMISCHE BESTÄNDIGKEIT: Steinzeug wird von den meisten haushaltsüblichen Reinigungsmitteln oder säurehaltigen Lebensmitteln nicht angegriffen.

NACHHALTIGKEIT: Wer mich kennt, weiß dass mir die Umwelt wichtig ist. Steinzeug ist lange haltbar und recycelbar und trägt zu einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen bei. Das spiegelt sich auch in meiner nachhaltigen Produktion mit Sonnenenergie sowie meinem plasitkfreien Versand wieder.


WARUM KOSTET STEINZEUG MEHR ALS STEINGUT?

Der Preisunterschied zwischen Steingut und Steinzeug liegt an den Unterschieden in Materialeigenschaften, Brenntemperatur und Haltbarkeit.

Da Steingut nicht so hochgebrannt wird, sind die Energiekosten beim Brennprozess geringer als beim Steinzeugbrand, bei dem die Keramik auf mindestens 1.230 Grad gebrannt wird.

Außerdem müssen für diese hohen Temperaturen explizit Steinzeug-Glasuren verwendet werden, deren Preis oft höher ist, als bei Steingut.

WAS SIND DIE VORTEILE VON STEINZEUG GEGENÜBER STEINGUT?

  • Wasserdicht auch ohne Glasur, hygienischer, da kein Wasser eindringen kann, was zum Beispiel zu Schimmelbildung führen kann.
  • Spülmaschinengeeignet, ofen- und mikrowellenfest
  • Ofen- und mikrowellenfest
  • Frostfest
  • Langlebig, da härter und robuster, weniger Kratzer und säureresistent

MEIN FAZIT

Wenn du überlegst, dir neue Gartendeko zu kaufen, und dir Langlebigkeit, Hygiene und Alltagstauglichkeit (Verwendung in der Spülmaschine & Frostfestigkeit) wichtig sind, dann solltest du dich für Keramik aus Steinzeug Steinzeug entscheiden, nur dann hast du lange Freude daran.


Hast du das schon gewusst?Ist dir der Unterschied zwischen Steingut und Steinzeug vorher schon bekannt gewesen? Teile diesen Blogbeitrag gern mit jemandem, der den Unterschied noch nicht kennt. Und schau dich gern in meinem Onlineshop um! Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken!

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Aktualisiert: 21.11.2025